Mindmachine

Ich habe sehr früh begonnen, mit Mindmachines zu experimentieren. Was genau versteht man darunter?

Als Mindmachine werden audiovisuelle Stimulationsgeräte bezeichnet, die mit Hilfe von gepulstem Licht und Ton beim Anwender Einfluss auf dessen EEG-Wellen nehmen sollen und damit bestimmte Bewusstseinszustände erreichen sollen. Typischerweise besteht eine Mindmachine aus einem Kopfhörer und einer Spezialbrille, die mit Leuchtdioden (LEDs) als Lichtquelle besetzt ist.

Die Brille erzeugt einen stroboskopähnlichen Effekt in einem einstellbaren Bereich von 1 bis ca. 30 Hz, während gleichzeitig Töne über den Kopfhörer mit einer dazu passenden Frequenz oder Frequenzgemisch (ggf. als gepulstem Ton) eingespielt werden. Diese (ggf. binauralen) Töne in Zusammenwirkung mit den Lichteffekten stimulieren die Reizverarbeitung des Anwenders im vorgegebenen Frequenzbereich und sollen auf diese Weise auf den mentalen Zustand des Anwenders Einfluss nehmen. Diese Stimulation sollen auf Grund einer sog. Frequenz-Folge-Reaktion je nach Einstellung entsprechend verstärkte Gehirnaktivitäten von tiefen Deltawellen (1-4 Hz), über Thetawellen (5-8 Hz) und Alphawellen (8-12 Hz) bis zu schnellen Betawellen (>12 Hz) erzeugt werden.

Der Vorläufer einer Mindmachine ist bereits in den 1940er Jahren von William Grey Walter als elektronisches Gerät erfunden worden, welches bestimmte Frequenzbereiche als akustische oder visuelle Signale ausgibt. Seit etwa den 1980er Jahren sind Mindmachines bei entsprechenden Fachvertriebsunternehmen, die sich auf Vertrieb von Geräten zum Zwecke des Mentaltrainings und auf einen Kundenkreis aus dem Esoterikbereich spezialisiert haben, zu Preisen von 100,- bis ca. 500,- EUR erhältlich. Studios, die die Nutzung von Mindmachines (und zwar ausschließlich, vergleichbar zu sog. Sonnenstudios) anboten, hatten allerdings nicht genügend Zulauf gefunden, sodass entsprechende Spezialangebote wieder vom Markt verschwanden. Ruheräume mit Mindmachines finden sich als Zusatzangebot hingegen noch vereinzelt in Freizeiteinrichtungen im Wellnessbereich (Saunabetriebe, Freizeitbäder, Fitnessstudios und Hotels).

Der Frequenzumfang der Mindmachines deckt den Bereich der menschlichen Gehirnwellenfrequenzen ab. Die ausgegebene Frequenz ist einstellbar und während einer Session von üblicherweise 20 bis 40 Minuten Dauer nach vorgegebenem Programm auch veränderlich und soll über die sogenannte Frequenz-Folge-Reaktion Einfluss auf die Frequenzverteilung der EEG-Wellen nehmen und so eine gewünschte Stimmung oder einen Bewusstseinszustand beeinflussen, erzeugen oder fördern.

Die Signalausgabe geschieht über Kopfhörer und/oder speziell präparierte Brillen und wirkt auf diese Weise per Sinneseindruck auf den Anwender ein. Die opto-akustischen Geräte mit Brille arbeiten mit LEDs in den unterschiedlichsten Farben, üblicherweise rot, die für jedes Auge getrennt angesteuert werden können. Durch eine mit Leuchtdioden bestückte Brille wird ein flackerndes Licht auf das (meist geschlossene) Auge geworfen. Synchron zum Licht wird über Kopfhörer eine Impulsfrequenz (physikal. Burstsignal) akustisch eingespielt. Über die Kopfhörer werden die (ggf. binauralen) Töne eingespielt, die pro Ohr unterschiedliche Frequenzen haben können, amplitudenmoduliert oder gepulst sind. Um beispielsweise eine Thetafrequenz zu erzeugen, differieren die Töne vom rechten und linken Ohr um 5?8 Hz, wodurch ein Schwebungssignal mit entsprechend modulierter Frequenz entsteht. Bei amplitudenmodulierten oder gepulsten Tönen wird die Lautstärke in der entsprechenden Frequenz (1-30 Hz) moduliert. Zusätzlich können noch Musik oder gesprochener Text eingespielt werden.

Ein Entspannungsprogramm startet dabei üblicherweise im tiefen Betabereich (etwa 14 Hz), senkt die Frequenz dann allmählich bis zur gewünschten Frequenz ab, verweilt dort eine Weile um zum Ende der Session wieder eine Frequenz zu erreichen, die einem bewussten Zustand (12-21 Hz) entspricht (Ausnahme zum Beispiel: Schlafunterstützung bzw. -einleitung).

Die Frequenz der Impulse entspricht dabei einer der vier neurologisch relevanten Frequenzbereiche und veranlasst das Gehirn aufgrund des Resonanzprinzips (auch Frequenz-Folge-Prinzip) sich dieser Frequenz anzupassen, wie EEG-Messungen gezeigt haben. Diese vier Bereiche werden Beta- (30 Hz bis ca. 13 Hz), Alpha- (12 Hz bis 8 Hz), Theta- (7 Hz bis 5 Hz) und Deltabereich (4 Hz bis 0,5 Hz) genannt. So werden beispielsweise einigen Studien zufolge alleine im Alphabereich selbstberuhigende Neurotransmitter (Endorphine) ausgeschüttet, die beispielsweise Menschen mit erhöhtem Stressaufkommen fehlen können.

Mindmachines werden zur Lernunterstützung, zur Entspannung, zur Regeneration und zur Tranceerzeugung eingesetzt.

Für Anwendungen im Superlearning werden hauptsächlich die Alphawellen verwendet. Als Hintergrundmusik mischt man langsame Musikstücke, beispielsweise Largo-Sätze aus klassischen Musikstücken, zu den zu lernenden Texten hinzu.

Daneben lassen sich mit Hilfe von Mindmachines sehr leicht Trancezustände erreichen. Sie bewegen sich im Theta- bis Deltabereich. Der Deltabereich entspricht einem tiefen Meditationszustand, während im Thetabereich starke Regenerationstätigkeiten zu verzeichnen sind. Gleichzeitig sorgt der Thetabereich für die Informationsübertragung aus dem Hippocampus in das Langzeitgedächtnis.

Beim Übergang von Alphawellen zu Thetawellen lassen sich sogenannte Phantasiereisen induzieren. Anwendung finden diese Geräte auch als Einschlafhilfe, zum Schlafersatz, zur Konzentrationssteigerung, zur Reduktion von Muskelspannung, Puls und Blutdruck sowie zur Autosuggestion und Hypnosehilfe. Auch sind Anwendungen in der Suchtbehandlung bekannt.

Es gibt eine ganze Reihe von Mindmachines in unterschiedlichen Ausführungen und mit mehr oder weniger Ausstattung. Ich habe für meinen Einsatzzweck eine hochwertige Mindmachine gekauft, um möglichst flexibel und komfortabel agieren zu können. Das Gerät ermöglicht es nicht nur, isochrone Töne, mit Musik oder Naturgeräuschen untermalt, zu generieren und auf einen Kopfhörer zu übertragen, sondern gleichzeitig, passend dazu, visuelle Signale auf eine Brille zu schicken. Dazu kann man die Frequenzen der Audio- und Videosignale vom Entspannungszustand (mittels Biofeedback) abhängig machen und somit eine Tiefenentspannung optimal steuern. Es gibt allerdings noch viel mehr Features der Software und de rHardware, die das Einarbeiten nicht unbedingt erleichtern.